Ägypter auf dem Eisenberg

Vom 15.-22. Juli 2017 haben 54 Kinder aus Nordhessen und darüber hinaus eine Reise ins Land der alten Ägypter unternommen.

Der mittlerweile sehr alte Josua, der noch alles vom Auszug der Israeliten miterlebt hat, war live dabei und hat den Kindern erzählt, wie es damals war mit dem brennenden, aber nicht verbrennenden Busch, dem sturen Pharao, den schlimmen Plagen, dem riskanten Fußmarsch durchs Schilfmeer, den meterhohen Wachtelbergen, dem schmelzenden und stinkenden Manna, dem Kalb aus Gold, das auf einmal der neue Gott sein sollte, der aufregenden Schlacht zwischen den Israeliten und den Amalekitern und schließlich dem zweiten Marsch durchs Wasser, als der Jordan als letzte Grenze zum Heiligen Land durchquert wurde. Durch seine lebhaften Erzählungen hatten sowohl die Kinder als auch die Mitarbeiter das Gefühl, mittendrin im Geschehen zu sein.

Neben all dem, was die Kinder mit dem Volk Israel erlebten, durften sie sich auch im Pyramidenbau probieren, mussten Kamele jagen, waren Grabräubern auf der Spur, sind durch die Wüste gezogen (nun gut, es war ein Wald, aber der schien ähnlich endlos wie eine Wüste), haben sich einen Weg durch ein Labyrinth gebahnt und durften sich nach all diesen Strapazen im Schwimmbad abkühlen. Doch wie das so ist in der Wüste, wechselt das Wetter schnell und unvorhergesehen. So kam nach einem schönen Sommertag auf einmal ein Gewittersturm auf, Regen und Sonne wechselten sich beständig ab.

Auch die ägyptische Lebensweise kam für die „Ägypter auf Zeit“ nicht zu kurz. Beim Fußballspielen hielten sich alle körperlich fit, beim Jugger-Spiel wurde die Teamfähigkeit herausgefordert. Ägyptischer Schmuck und andere Kostbarkeiten wurden aus Fimo geformt, ägyptische Landschaften und Tiere wurden in Sandbildern für die Nachwelt festgehalten.

Abends saßen die Reisenden dann ums Lagerfeuer, versuchten sich am Stockbrot und erzählten sich Geschichten aus alten Zeiten. Das ging einige Abende lang gut, bis auf einmal Fremde im Lager standen und den Schatz des Pharao stehlen wollten. Erst schlichen sie sich noch ganz unauffällig an, doch irgendwann roch die Lagerwache den Braten und schlug Alarm. Bald war das ganze Lager auf den Beinen und hinter den Dieben her, die auch bald alle festgenommen wurden. Der Schatz war gerettet!

Nach einer Woche schließlich war es dann so weit: Die Israeliten hatten das gelobte Land betreten, die Kinder hatten diverse Prüfungen bestanden, die es im alten Ägypten eben so zu bewältigen gab, und sogar der Pharao war stolz auf seine Leute – so stolz, dass er jedem zum Abschied noch eine Urkunde bzw. einen Reiseschein und ein Abschiedsgeschenk mit auf den Weg gegeben hat – in der Hoffnung, sie im nächsten Jahr alle wieder zu sehen (und am liebsten noch viele mehr).

Ein tolles Mitarbeiterteam aus verschiedenen Gemeinden des Friedenshofwerkes hat alles dafür gegeben, dass die Kinder eine unvergessliche Zeit erleben. Vielen Dank an alle, die sich so engagiert eingebracht haben!

Wenn auf dem Eisenberg das Reich Gottes erfahrbar und gelebt wird, dann kann ich voller Dank sagen, dass sich das Sola gelohnt hat. Wenn Kinder erleben, dass es einen Gott gibt, dem sie wichtig sind, dann hat sich alle Mühe gelohnt. Wenn Gemeinden zusammenwachsen, weil sie gemeinsam ein Zeltlager auf die Beine stellen, dann wird Gemeinde gebaut. Wenn Mitarbeiter erleben, dass sie ein wichtiger Teil des Sola-Teams sind und gebraucht werden, entsteht Großes in ihnen. Wenn Mitarbeiter an ihre Grenzen kommen und gemeinsam weitergehen, wird das ganze Team gestärkt. Wenn das Team als Einheit vor Gott steht und sich ganz von ihm abhängig macht, dann lernt es, auf die Wunder zu sehen, die er tut.

Ich will das Reich Gottes erleben – in meiner Gemeinde, in meinem Alltag und auf dem Sola. Und auch überall sonst, wo ich bin. Und ich wünsche mir, dass auch die anderen Mitarbeiter und die Kinder offene Augen für das Wirken Gottes haben. Auf dem Sola und auch überall sonst, wo sie sind. Dazu wollen wir als Friedenshofwerk beitragen.